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Inhalt:
 Allgemeines
 Funktionsweise einer Geschirrspülmaschine
     Reinigungsablauf
     Regenerierung des Enthärters
 2in1-Reinigungstabs
 3in1-Reinigungstabs
 4in1-Reinigungstabs / Glaskorrosion
     Was ist Glaskorrosion?
     Glasschutzfaktor
 5in1-Reinigungstabs und größere Zahlen
 Tip: Reduzierung von Glaskorrosion
 Weitere Themen:
 Chemische Entkalker
 Flachbildfernseher
 Kabellose Geräte
 Wasserenthärtung mit Magneten


Allgemeines

Früher mußte man bei Geschirrspülmaschinen regelmäßig Reiniger, Klarspüler und zusätzlich Salz nachfüllen. Heutzutage werden in der Werbung Reinigungstabs angepriesen, die all dies ("3in1") oder zumindest Reiniger und Klarspüler ("2in1") überflüssig machen sollen. Nachfolgend können Sie erfahren, warum solche Tabs schon vom Konzept her ein krankes Design sind und warum Sie besser bei den Einzelkomponenten bleiben sollten.


Funktionsweise einer Geschirrspülmaschine

Eine Geschirrspülmaschine ist wirklich kein Zauberwerk, aber sie ist doch ein wenig komplexer, als der Blick in den Reinigungsraum mit den Geschirrkörben vielleicht vermuten läßt. Um Sinn oder Unsinn von Reinigungstabs beurteilen zu können, sollten Sie mit der Funktionsweise einer Geschirrspülmaschine vertraut sein. Deshalb ist nachfolgend in Kürze dargestellt, was während eines Spülvorgangs passiert.

Reinigungsablauf

Normalerweise wird nach folgendem Ablauf gereinigt (eventuell kommen bei einigen Spülmaschinen bzw. bei einigen Spülprogrammen Vor- und Zwischenspülungen mit klarem Wasser hinzu):

 1. Über den eingebauten Wasserenthärter läßt die Spülmaschine Wasser in den Reinigungsraum einlaufen und erhitzt es mit dem Heizstab auf die gewünschte Temperatur. Meistens wird schon während des Aufheizens das Wasser unten im Auffangbecken mit einer Pumpe von unten über rotierende Arme auf das Geschirr gespritzt, um losen Dreck zu entfernen bzw. um Verkrustungen einzuweichen.
 2. Dann wird durch Öffnen der Klappe des Dosierbehälters Reiniger zum Wasser hinzugegeben und das Geschirr eine relativ lange Zeit lang mit dieser Reinigungslösung behandelt, um die Verschmutzungen vom Geschirr zu lösen. Die abtropfende Reinigungslösung landet unten im Auffangbecken und wird erneut zum Geschirr gepumpt.
 3. Nach dem Reinigungszyklus wird die Reinigungslösung abgepumpt, frisches Wasser über den Wasserenthärter einlaufen gelassen und aufgeheizt, und zwar auf eine deutlich höhere Temperatur als beim Reinigen.
 4. Jetzt wird eine sehr kleine Menge Klarspüler zugegeben und mit dieser Lösung das Geschirr wie beim Reinigen von unten bespritzt. Der Klarspüler hat die Aufgabe, die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen, damit es nicht als Tropfen auf dem Geschirr haften bleibt sondern gut ablaufen kann, damit nur ein extrem dünner Wasserfilm übrigbleibt.
 5. Nach Abpumpen der Klarspülerlösung verdunstet der auf dem Geschirr trotz des Klarspülers noch verbliebene sehr dünne Wasserfilm durch die hohe Temperatur (Restwärme des Geschirrs) recht schnell, sodaß das Geschirr trotz der feuchten Luft im Gerät ohne sichtbare Rückstände trocknet. In manchen Geräten wird mit einem kleinen Lüfter nachgeholfen, in manchen sogar zusätzlich die Luft durch Kondensation an einer kalten Fläche entfeuchtet. Das Trockenergebnis können Sie übrigens stark verbessern, wenn Sie nach Beendigung des Spülprogramms die Tür des Geschirrspülers für ca. eine Minute öffnen, damit der restliche Wasserdampf entweichen kann, und dann das Geschirr in der Spülmaschine trocknen sowie abkühlen lassen.

Regenerierung des Enthärters

Der Wasserenthärter der Maschine muß regelmäßig mit Kochsalz (Natriumchlorid) regeneriert werden. Denn dieser tauscht beim Enthärten des Wassers die härtebildenden Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen aus, wodurch irgendwann seine Kapazität erschöpft ist, d.h. keine Natriumionen mehr vorhanden sind. Diesen Vorgang kann man umkehren, indem man ihn mit einer relativ hoch konzentrierten Kochsalzlösung (Natriumchloridlösung) beaufschlagt. Zu diesem Zweck muß man je nach Wasserhärte mehr oder weniger häufig Salz nachfüllen. Früher gab es Geräte mit einer voluminösen Enthärteranlage, die man nur selten regenerieren mußte. Hierfür gab es ein Spezialprogramm "Regenerieren", wobei meistens 2 kg Salz benötigt wurden. Heute sind aus Kostengründen bei fast allen Maschinen die Enthärter erheblich kleiner und müssen daher bei jedem Spülgang regeneriert werden, was vollautomatisch geschieht. Die dafür benötigte Salzmenge ist von der Wasserhärte abhängig und wird dem Reservoir entnommen. Zum Regenerien ist nur reines Kochsalz geeignet, welches als Regeneriersalz oder Spülmaschinensalz im Handel erhältlich ist. Für die Spülmaschine relevante Unterschiede zwischen No-Name- und Markenprodukten gibt es dabei nicht, wohl aber ganz erhebliche Preisunterschiede. Es spricht daher überhaupt nichts dagegen, einen Marken-Reiniger, Marken-Klarspüler und No-Name-Regeneriersalz zu verwenden. Markenhersteller wollen Ihnen zwar ein "Reinigungssystem" zu verkaufen, zu dem angeblich unbedingt auch das Marken-Salz dazugehört, aber dies ist blanker Unsinn: Reines Kochsalz ist und bleibt reines Kochsalz; in welcher Farbe und mit welchem Herstellerlogo die Verkaufsverpackung bedruckt ist, ist absolut unerheblich. Speisesalz ist übrigens nicht geeignet, da es zuviele Zusatzstoffe wie Rieselhilfen, Jod, Fluor etc. enthält.


2in1-Reinigungstabs (Zwei-Phasen-Tabs)

Reinigungstabs mit Zweiphasenwirkung, oft auch 2in1-Tabs genannt, sollen die Anwendung vereinfachen, weil man nicht mehr Reiniger und Klarspüler getrennt nachfüllen muß, sondern einfach ein einziges Tab verwendet, das anstelle des Reinigers in die Dosierkammer der Spülmaschine gegeben wird. Reinigungstabs sollen so funktionieren, daß sie zuerst den Reiniger freisetzen, wenn man sie ins Wasser gibt. Der Klarspüler geht dabei durch eine verringerte Löslichkeit nur langsam in Lösung. Wenn die Maschine die Reinigungslösung abpumpt und nochmals Wasser zieht, soll sich dann der Klarspüler auflösen. Soweit die Theorie.

Daß dies nicht zufriedenstellend funktionieren kann, liegt auf der Hand: Selbst wenn sich der Reiniger umgehend im Wasser auflöst und der Klarspüler nur langsam, löst sich trotzem der Klarspüler schon dann langsam auf, wenn er es eigentlich nicht sollte, nämlich während des Reinigungsvorgangs. Nach dem Wasserwechsel hingegen löst der Klarspüler sich trotz aller chemischen und physikalischen Tricks (Ausnutzung von pH-Wert, Temperatur etc.) möglicherweise nicht schnell genug auf, oder ist bereits während des Reinigungsvorgangs nahezu komplett in Lösung gegangen und steht daher fürs Klarspülen nicht mehr zur Verfügung. Entsprechend erhält man dann fleckiges Geschirr. Ein weiteres Problem ist, daß viele Tabs bei niedrigen Spültemperaturen sich nicht richtig auflösen, denn sie sollen ja auch bei hohen Temperaturen funktionieren.

Rein theoretisch könnte man ein 2-Phasen-Tab so auslegen, daß es für ein bestimmtes Spülprogramm mit einer bestimmten Temperatur annehmbar funktioniert. Nur leider unterscheiden sich die Spülmaschinen hierin recht stark voneinander, und eine Spülmaschine besitzt meistens auch mehrere unterschiedliche Spülprogramme und Spültemperaturen: Optimiert man beispeilsweise die Tabs für ein Normalprogramm mit mittlerer Reinigungszeit und mittlerer Temperatur, so löst sich der Klarspüler bei einem Starkschmutzprogramm mit hoher Reinigungszeit und hoher Temperatur im schlimmsten Fall schon beim Reinigungsvorgang vollständig auf, so daß er beim Klarspülen nicht mehr zur Verfügung steht. Im Glasprogrammm mit kurzer Reinigungszeit und niedriger Temperatur löst sich der Reiniger während des Reinigen nicht vollständig auf und verseucht somit die Klarspüllösung, sodaß auf dem Geschirr nach dem Trocknen Reste vom Reiniger verbleiben. Sehr lecker, zumal die Reiniger ätzend sind!

Wenn man eine Geschirrspülmaschine mit Reiniger und Klarspüler als Einzelkomponenten befüllt, ist sie in der Lage, diese zuverlässig im genau richtigen Zeitpunkt mit richtiger Dosierung dem Wasser zuzuführen, denn die Steuerelektronik weiß im Gegensatz zu einem Reinigungstab ganz genau, welcher Reinigungsschritt gerade anliegt. Weshalb sollte man diese Vorteile aufgeben, nur um sich einen einzigen Handgriff (d.h. alle paar Wochen Klarspüler nachfüllen) zu sparen? Zudem kann man die Menge des Reinigers an die Menge und den Verschmutzungsgrad des Geschirrs anpassen, was bei Tabs nicht möglich ist; man könnte bei starker Verschmutzung höchstens 2 Tabs verwenden und dadurch ungewollt den Klarspüler überdosieren, was sich in leicht schmierigem Geschirr äußern kann. Ein weiterer nicht unerheblicher Punkt ist, daß Geschirrspülmaschinen es gestatten, die Menge des Klarspülers genau zu dosieren und zudem im richtigen Moment zuzugeben, sodaß man durch einmaliges Ausprobieren die Menge an Klarspüler einstellen kann, die ein fleckenfrei getrocknetes Geschirr bei minimaler Klarspülerdosierung ergibt. Dies ist absolut sinnvoll, da eine kleine Menge des Klarspülers auf dem Geschirr verbleibt und während des Trockenvorgangs eintrocknet bzw. eine leicht schmierig/seifig wirkende Oberfläche ergibt. Diese Menge sollte man nach Möglichkeit so gering wie möglich halten, da sie mit dem Essen in Kontakt kommt. Mit Tabs ist es absolut unmöglich, die Dosierung zu ändern, da sie fix ist.

Zusammengefaßt kann man sagen, daß die 2in1-Tabs als einzigen Vorteil lediglich das Nachfüllen des Klarspülers einsparen (Reiniger muß man sowieso einfüllen). Dies erkauft man sich mit einer unflexiblen Dosierung und einem schlechten Klarspülergebnis, weil der Klarspüler aufgrund des Konzepts oft unter- oder überdosiert (meistens überdosiert) ist, was einschlägige Testergebnisse eindrucksvoll dokumentieren. Vor allem Gläsern sollte man so etwas nicht antun. Außerdem kostet normalerweise ein Tab deutlich mehr als separater Reiniger und Klarspüler.


3in1-Reinigungstabs

Die Wirkungsweise von 3in1-Reinigungstabs ist identisch mit 2in1-Tabs. Darüberhinaus sollen sie auch noch das Nachfüllen von Salz, das normalerweise zum Regenerieren der Wasserenthärters benötigt wird, erübrigen. Sicher werden Sie sich fragen, wie das überhaupt funktionieren kann, wo doch schon 2-Phasen-Tabs (s.o.) keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern.

3in1-Tabs sind aufgebaut wie die oben beschriebenen  2in1-Tabs, enthalten jedoch zusätzlich eine "Salzfunktion". Dabei handelt es sich aber keineswegs um Kochsalz zum Regenerieren des in der Spülmaschine vorhandenen Wasserenthärters, da das Salz ja in einen speziellen Behälter eingefüllt werden müßte, das Tab aber in die Dosierkammer für das Reinigungsmittel eingelegt wird. Deswegen spricht man seitens der Hersteller auch nur von Salz-Funktion. Erreicht wird dies durch Zugabe von chemischen Wasserenthärtern. Es handelt sich dabei um Phosphate, die man wegen der durch sie hervorgerufenen Überdüngung der Gewässer in den 60er Jahren aus den Waschmitteln für Kleidung verbannte. Da man die Phosphatmenge nicht entsprechend der vorhandenen Wasserhärte dosieren kann, handelt es sich um wahre Phosphatbomben, d.h. die Phosphatmenge ist so bemessen, daß die Enthärterwirkung für hartes Wasser des Härtebereichs III ausgelegt ist, d.h. je nach Hersteller reicht die Enthärterwirkung bis 21° bzw. bis 25° deutscher Härte aus. In einigen Gebieten ist die Wasserhärte jedoch höher, sodaß die Enthärtungswirkung nicht ausreicht und die Reinigungswirkung zu wünschen übrigläßt. Ist die Wasserhärte niedriger, wird "lediglich" völlig unnötig viel Phosphat verschwendet und belastet die Kläranlagen.

Durch den dauerhaften Einsatz dieser 3in1-Tabs sind sogar Beschädigungen der Geschirrspülmaschine nicht nur zu befürchten sondern zu erwarten, weshalb einige Spülmaschinenhersteller davon eindringlich abraten. Als Vorteil dieser Tabs wird ja gerade gepriesen, daß man kein Salz mehr nachfüllen muß. Das permanente und hilflose Leuchten der Salznachfüllanzeige mag noch als Schönheitsfehler empfunden werden, aber hinter den Kulissen passiert folgendes: Das Leitungswasser fließt immer durch den eingebauten Wasserenthärter, weil das Enthärten des Wassers im Systemkonzept der Spülmaschine vorgesehen ist. Durch die konzeptwidrige fehlende Regenerierung kann er nicht nur kein Wasser mehr enthärten, was durch die 3in1-Tabs ausgeglichen wird, sondern er setzt sich durch die härtebildenden Salze im Laufe der Zeit so zu, daß er sich auch mit viel Salz nicht mehr regenerieren läßt. Dieses Zusetzen kann soweit führen, daß der Durchfluß derart behindert wird, daß die Spülmaschine nicht mehr genug Wasser zum Spülen ansaugen kann. Das wird dann wirklich teuer!

Es ist völlig unbegreiflich, wieso man als Hersteller dieser Tabs überhaupt auf die Idee kommen kann, eine in jeder Spülmaschine vorhandene (und damit bei der Anschaffung mitbezahlte), sinnvolle Einrichtung wie den Wasserenthärter ohne jeden Grund durch Chemikalien ersetzen zu wollen und dabei auch noch Gerätedefekte in Kauf nimmt. Zudem muß man bei Verwendung von Einzelkomponenten Klarspüler und Regeneriersalz nur selten nachfüllen, weshalb selbst bei bodenloser Faulheit seitens des Anwenders kein einziger Vorteil dieser Tabs erkennbar ist. Spülmaschinen bieten die Möglichkeit, die Dosierung von Reiniger, Klarspüler und Regeneriersalz unabhängig voneinander an die jeweiligen Bedürfnisse und die Wasserhärte anzupassen. Alle diese Vorteile, die man mit dem Gerätepreis bezahlt hat, gibt man durch Einsatz dieser Tabs völlig ohne Not auf und zahlt dafür auch noch einen deutlich höheren Preis pro Geschirrladung.

Zusammengefaßt kann man sagen, daß 3in1-Tabs ein noch größerer Unsinn sind als  2in1-Tabs. Abgesehen von den Nachteilen der 2in1-Tabs sind in Gegenden mit hartem Wasser Gerätedefekte zu erwarten, weil der Enthärter mangels Regenerierung auf lange Sicht beschädigt wird. Zudem belasten diese Tabs auch noch die Umwelt durch hohe Phosphateinleitungen ins Abwasser. Für diese Nachteile muß man im Vergleich zu Einzelkomponenten sogar noch einen deutlich höheren Preis bezahlen.

Mittlerweile gibt es Spülmaschinen, bei denen die Reinigungsprogramme an die Auflösungszeiten der 3in1-Tabs adaptiert werden, wenn man die 3in1-Taste drückt. Dies hat abgesehen von den Umweltaspekten immer noch eklatante Nachteile: Die Lösungsgeschwindigkeit der einzelnen Phasen ist temperaturabhängig, sodaß bei hoher Reinigungstemperatur die Reinigungszeiten zwangsläufig abnehmen, weil sich bei hohen Temperaturen die Bestandteile schneller lösen. Dies ist aber total schwachsinnig, weil man hohe Spültemperaturen speziell dafür nutzt, um stark verschmutztes Geschirr zu reinigen, wobei eine lange Einwirkzeit zwecks einer effektiven Reinigung überaus sinnvoll wäre. Bei einem solchen Vorgehen wedelt ganz klar der Schwanz mit dem Hund!


4in1-Reinigungstabs / Glaskorrosion

Die Verwendung von "...in1" ist schon beinahe inflationär, und man scheint sich wohl durch eine höhere Zahl am Anfang von der Konkurrenz absetzen zu wollen. Was kann man an einem Reinigungstab überhaupt noch zu hinzufügen, da die 3in1-Tabs ja schon Reiniger, Klarspüler und Enthärter beinhalten? Es handelt sich hierbei um Glasschutzkomponenten, mit denen das schon lange bekannte Übel der Glaskorrosion bekämpft werden soll. Um zu verstehen, ob dies Sinn macht, sei zuerst einmal darauf eingegangen, was Glaskorrosion überhaupt ist.

Was ist Glaskorrosion?

Wahrscheinlich kennen Sie das Problem: Nach einigen Spüldurchgängen bekommen Gläser einen weißlichen oder bläulichen Schleier, der mit der Anzahl der Spüldurchgänge immer weiter zunimmt. Oft wird aufgrund der Farbe vermutet, daß hierbei Kalk im Spiel sei, aber dies ist nicht richtig. Denn es handelt sich nicht um einen Kalkbelag, der sich mit Essig leicht beseitigen ließe, sondern um eine mikrofeine Beschädigung der Glasoberfläche. Glas ist zwar überaus resistent gegenüber den meisten Säuren, aber bei alkalischen Lösungen wie dem Reiniger sieht dies ganz anders aus. Diese sind bei entsprechenden Bedingungen ("idealerweise" hoher pH-Wert, hohe Konzentration und lange Einwirkdauer) in der Lage, nicht nur den Schmutz sondern an mikroskopisch kleinen Stellen auch bestimmte Bestandteile aus der Oberfläche des Glases herauszulösen. Dadurch, daß es sich um sehr viele mikroskopisch kleine Stellen handelt, wird das Glas an der Oberfläche rauh. Dies hat optisch den gleichen Effekt, wie wenn Sie Glas mit einem sehr feinen Schmirgelpapier anschmirgeln: Es wird milchig. Man spricht hierbei von Glaskorrosion.

Die Ursache der Glaskorrosion liegt darin, daß Glas aus mehreren Bestandteilen hergestellt wird, die einen leicht inhomogenen Werkstoff ergeben. Für das übliche Wald-und-Wiesen-Glas (Natronkalkglas) dienen beispielsweise Sand, Soda und Kalk als Ausgangsstoffe. Diese werden bis zum Schmelzen erhitzt und idealerweise gut miteinander verrührt. Glas ist aber kein homogener Stoff mit z.B. einer Gitterstruktur wie ein Quarzkristall sondern eine unterkühlte Flüssigkeit mit lokalen Materialunterschieden. Billiges Glas wird normalerweise in der kürzestmöglichen Zeit hergestellt, sodaß keine Zeit bleibt, die Schmelze gut durchzumischen. Daher sind vor allem bei billigen Gläsern die lokalen Materialunterschiede relativ hoch. Ist einer der Bestandteile lokal etwas überdosiert, können alkalische Lösungen diese lokale Zuviel herauslösen und damit ein winzig kleines Loch in der Oberfläche produzieren. Viele dieser winzig kleinen Löcher ergeben dabei eine rauhe Oberfläche, die das Licht streut und daher als Schleier sichtbar wird.

Es gibt Glassorten, die aufgrund ihrer Zusammensetzung anfällig für Glaskorrosion sind (wie z.B. das genannte Natronkalkglas), und solche, die sehr beständig gegenüber alkalischen Lösungen sind. Borsilikatgläser, die im Laborbereich weit verbreitet sind, kennen Glaskorrosion überhaupt nicht, sind aber optisch keine große Augenweide, weil ihre Oberfläche nur wenig glänzt. Von den im Haushalt verbreiteten Glassorten ist z.B. Bleikristall normalerweise recht unempfindlich, aber auch hier hängt viel davon ab, wie homogen das Glas hergestellt wurde. Leider gibt es auch bei den als spülmaschinengeeignet gekennzeichneten Gläsern deutliche Unterschiede. Glücklicherweise werden seit einigen Jahren für den Haushaltsbedarf auch Titanoxidgläser und andere spezielle Gläser angeboten, bei denen es wirklich kein Problem mit Glaskorrosion gibt und die trotzdem eine glänzende Oberfläche besitzen. Sie sind zwar teurer als billiges Glas, lohnen sich aber meistens unter dem Strich doch, weil man sie bequem in der Spülmaschine spülen kann. Aber auch spülmaschinengeeignete Gläser können wegen des aggressiven Reinigers stumpf werden, wenn man sie mißhandelt. Dazu mehr unter  Reduzierung von Glaskorrosion.

Glasschutzfaktor

Trotz einer glasfreundlichen Behandlung kann man beim Spülen in einer Geschirrspülmaschine das Herauslösen von Bestandteilen der Gläser nicht ganz verhindern, aber man kann es durch Zusatz von Glasschutzstoffen vermindern. Dies geschieht durch Zugabe bestimmter Metallsalze zum Reiniger, die sich über das Glas verteilen und so das Herauslösen der Glasbestandteile vermindern. Dies ist bei 4in1-Tabs der Fall, aber genauso auch bei manchen Reinigern, die man als Einzelkomponente kaufen kann.

Die Zugabe von Glasschutzstoffen ist jedoch immer nur ein Rumdoktern an Symptomen. Aufgrund der für die Reinigung von starken Verschmutzungen ziemlich aggressiven Reinigungszusätze kann man Glaskorrosion damit keinesfalls vermeiden, sondern man kann sie nur etwas verlangsamen. Wer seine empfindlichen Gläser schonen möchte, dem bleibt daher trotz aller Werbeversprechen nur das Spülen von Hand mit den ganz erheblich weniger aggressiven Handspülmitteln. Wenn man diese Handarbeit vermeiden will, sollte man beim Kauf neuer Gläser unbedingt auf wirklich spülmaschinenfeste Gläser achten.

Zusammengefaßt kann man sagen, daß 4in1-Tabs die gleichen Nachteile wie 3in1-Tabs besitzen. Aufgrund der Gefahr von Gerätedefekten infolge eines beschädigten Wasserenthärters sollte man daher tunlichst auf ihre Verwendung verzichten. Wenn Sie Wert auf maximale Glasschonung legen, sollten Sie lieber Testberichte lesen und für Gläser einen Reiniger als Einzelkomponente verwenden, die sich im Test als glasschonend herausgestellt hat. Auf Werbeaussagen kann man sich nämlich erfahrungsgemäß nicht verlassen, d.h. es kann gut sein, daß ein nicht besonders beworbener Reiniger deutlich glasschonender ist als ein Produkt, das als super-glasschonend angepriesen wird. Der Nachteil von glasschonenden Reinigern ist meistens, daß sie in anderen Bereichen Reinigungsdefinzite besitzen. Entgegen den Werbeaussagen kann man leider nicht alles zur gleichen Zeit haben.


5in1-Reinigungstabs und größere Zahlen

Die Inflation, was größere Zahlen angeht, nimmt offenbar exponentiell zu, um sich von anderen Herstellern von Reinigungstabs abzusetzen. Leider scheint die nächste Runde mit der nächsthöheren Zahl nur so lange zu dauern, wie der jeweilige Hersteller für das Drucken von neuen Etiketten benötigt. Ob es Enzyme sind, die stärkehaltige Lebensmittelreste lösen sollen, oder Zusatzstoffe, die Edelstahltöpfe glänzend halten sollen, wirklich neu sind sie nicht. Nur werden solche Details in der Werbung nun als neue, große Erfindung dargestellt. Der massive Nachteil, daß solche Tabs immer schlechter sind als separater Reiniger, Klarspüler und Regeneriersalz, bleibt auch bei großen Zahlen erhalten. Ein völlig krankes Konzept wird nämlich durch kleine (vermeintliche oder wirkliche) Verbesserungen nicht unbedingt besser.


Tip: Reduzierung von Glaskorrosion

Bei empfindlichen Gläsern läßt sich Glaskorrosion in der Spülmaschine grundsätzlich nicht vermeiden, weil Universalreinigungsmittel nach heutigem Stand prinzipbedingt stark alkalisch sein müssen. Spezielle "Glasschutzkomponenten" im Reiniger können die Glaskorrosion zwar vermindern aber nicht vermeiden. Beim Spülen von Hand ist ein Großteil der Reinigungswirkung der mechanischen Reinigung durch den Spüllappen oder die Spülbürste zuzuschreiben, weshalb das Spülmittel ganz erheblich sanfter sein kann (und schon wegen der Hände sein muß). Reinigungsmittel für Spülmaschinen sind jedoch darauf angewiesen, daß sie den Schmutz ohne jede mechanische Unterstützung vollständig auflösen. Nicht von ungefähr kommt der Tip, bei Flecken in Vasen etc., die sich durch Handreinigung nicht beseitigen lassen, diese mit heißem Wasser zu füllen, etwas Reinigungsmittel für Geschirrspülmaschinen hineinzugeben und über Nacht stehenzulassen. Der Hersteller könnte zwar die Aggressivität des Reinigungsmittels reduzieren, aber dies hätte stark negative Auswirkungen auf die Reinigungswirkung. Deshalb sollte man empfindliche Gläser lieber von Hand spülen - und zwar ausnahmslos, denn Glaskorrosion läßt sich nicht mehr rückgängig machen.

Weniger empfindliche Gläser kann man in der Maschine durchaus ohne größere Schäden spülen, wenn man die Bedingungen für die Gläser verbessert und folgende Regeln beachtet:

 1.Wählen Sie die niedrigstmögliche Temperatur (max. 45 °C).
 2.Reduzieren Sie die Reinigermenge je nach Verschmutzungsgrad (keine Tabs verwenden!).
 3.Verwenden Sie wenig aggressiven Reiniger (hierzu Testberichte lesen).
 4.Räumen Sie die Gläser so ein, daß das Wasser gut ablaufen kann und sich die Gläser keinesfalls berühren (mikroskopische Beschädigungen durch das ganz leichte Aneinanderschlagen sind ein guter Angriffspunkt für Glaskorrosion)
 5.Nach dem Trocknen sollten Sie die Tür sofort öffnen, um den heißen Wasserdampf entweichen zu lassen.

Aufgrund der niedrigen Temperatur kann man im gleichen Spülgang natürlich kein stark verschmutzes Geschirr und insbesonders keine angekrusteten Pfannen und Töpfe reinigen, aber leicht verschmutzes Geschirr wird auch bei 45 °C sauber. Empfehlenswert ist, für Gläser und leicht verschmutztes Geschirr glasschonenden Reiniger zu verwenden und für den Rest Reiniger, der auf stark verschmutzes Geschirr optimiert ist. Einen Reiniger, der beides gewährleistet, gibt es nicht. Es ist ratsam, sich in einschlägigen Testberichten zu informieren, welche Reiniger glasschonend sind, dann aber leider fast ausnahmslos Defizite in der Reinigung von stark verschmutzem Geschirr haben, und welche Reiniger "kräftig zupacken", d.h. auf stark verschmutztes Geschirr hin optimiert sind. Wenn Sie nicht chargenweise Gläser und leicht verschmutztes Geschirr bei 45 °, stark verschmutztes Geschirr und angekrustete Pfannen und Töpfe jedoch bei höherer Temperatur reinigen können, sollten Sie die Gläser von Hand spülen. Seien Sie hierbei nicht nachlässig, denn schon ein einziger Spülgang im Starkschmutzgang kann u.U. (empfindliches Glas, aggressiver Reiniger, hohe Temperatur, lange Spüldauer etc.) zu sichtbarer Glaskorrosion führen.

Wenn Ihre Gläser schon sehr unansehnlich geworden sind und Sie ohnehin über einen Neukauf nachdenken, sollten Sie in Betracht ziehen, wirklich spülmaschinengeeignete Gläser anzuschaffen. Es gibt zwar auch unter konventionellen Gläsern deutliche Unterschiede, aber erst die in den letzten Jahren auf den Markt gekommenen neuen Glassorten sind so widerstandsfähig gegenüber Glaskorrosion, daß man sie bedenkenlos in der Geschirrspülmaschine reinigen kann - natürlich auch diese nur bei niedriger Temperatur. Ohne Schleichwerbung betreiben zu wollen, kann ich die Glassorte Tritan des Herstellers Schott Zwiesel aufgrund eigener, mehrjähriger Erfahrungswerte absolut weiterempfehlen. Es gibt aber auch von anderen Herstellern geeignete Glassorten mit ähnlich guter Resistenz gegenüber Glaskorrosion. Solche Gläser sind zwar ein gutes Stück teurer als einfache Natronkalkgläser in Billigausführung, aber sie sind nicht viel teurer als andere Kristallgläser.
  

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