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Reparatur eines Braun-Rasierers
 
   
 
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Inhalt:
 Allgemeines
 Kauf von Ersatzakkus
 Öffnen und Demontage
 Austausch der Akkus
 Zusammenbau
 Fazit


Allgemeines

Die Schwachstelle aller kabellosen Rasierapparate ist, wie schon in  Kabellose Geräte angeprangert, der eingebaute Akku. Er ist meistens das lebensdauerbestimmende Bauelement des Rasierers. Nachfolgend ist exemplarisch am Modell 5520 beschrieben, wie man die Nickelmetallhydridakkus (NiMH-Akkus) bei Rasierapparaten der Marke Braun selbst austauschen kann. Andere Modelle sind ganz ähnlich aufgebaut, sodaß die Vorgehensweise beim Akkuaustausch sich nicht wesentlich von der beschriebenen unterscheidet.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Reparatur sind etwas handwerkliches Geschick, ein Lötkolben, eine Entlötpumpe und Kenntnisse über den Umgang mit diesem. Wer von Elektronik keine Ahnung und noch nie ein elektronisches Gerät erfolgreich repariert hat, sollte sich nicht unbedingt gerade jetzt einen Lötkolben kaufen und Ihren Rasierapparat als Erprobungsobjekt verwenden, um löten zu lernen. Die Folge wären mit Sicherheit nicht nur überhitzte und damit defekte Akkumulatoren, die man ja noch durch neue ersetzen könnte, sondern auch abgelöste Leiterbahnen, was einem Totalschaden der Leiterplatte und damit des Rasieres gleichkäme.


Kauf von Ersatzakkus

Bevor Sie mit der Reparatur des Geräts beginnen können, benötigen Sie geeignete Ersatzakkus. Original verbaut sind im Modell 5520 NiMH-Akkus in der Bauform Mignon (auch als AA bezeichnet). Wichtig ist, daß Sie Akkus mit angeschweißten Lötstreifen kaufen, siehe Bild 1. Diese können Sie normalerweise nicht im nächsten Baumarkt o.ä. kaufen, aber im örtlichen Elektronikhandel oder im  Versandhandel werden Sie fündig. Die Kapazität ist dabei nicht sonderlich wichtig, denn bei den heute erhältlichen Zellen ist die Nennkapazität ohnehin deutlich größer als bei den alten original verbauten. Die Betriebsdauer mit einer Ladung wird sich daher ohnehin verlängern.

Mignonakku mit Lötfahnen
Bild 1: Mignonakku mit Lötfahnen

Wählen Sie als Ersatz möglichst Zellen von bekannten Markenherstellern. Bei absoluten Billigzellen kann es oft vorkommen, daß Sie einen relativ hohen Innenwiderstand besitzen und damit der Rasierer nur lustlos brummt, daß es große Unterschiede zwischen 2 Zellen gibt und daß die Lebensdauer gering ist. Maximal 1 € Preisunterschied pro Zelle sind den möglichen Ärger einfach nicht wert! Es müssen nicht unbedingt Zellen mit der höchsten verfügbaren Kapazität sein, da solche mit eher niedriger Kapazität für diesen Anwendungsfall Vorteile haben. Denn sie sind nicht nur robuster sondern auch unempfindlicher gegenüber Überladen als Akkus mit hoher Kapazität. Absolut empfehlenswert sind  NiMH-Akkus mit niedriger Selbstentladung wie z.B. Sanyo eneloop, Panasonic Infinium oder GP Recyko+, die man von auf Akkus spezialisierten Firmen auch mit angeschweißten Lötstreifen beziehen kann. Wenn Sie über ein gutes, akkuschonendes Ladegerät für NiMH-Mignonzellen mit Entlademöglichkeit verfügen, sollten Sie die Zellen vorsichtig einlegen, damit durch die Lötstreifen keine Kurzschlüsse entstehen, und ihnen zum Training 2 bis 3 Lade-/Entladezyklen gönnen.

Warnen möchte ich ausdrücklich davor, Akkus ohne angeschweißte Lötstreifen zu verwenden. Der Grund ist der, daß Akkus eine hohe Wärmekapazität besitzen, wodurch man die Pole kräftig erhitzen muß, um eine elektrische Verbindung anlöten zu können. Tut man dies, überhitzt man den Akku heftig, wodurch er vorgeschädigt wird, was beim langen Rumbraten bis zum sofortigen Totalschaden führen kann. Die Lötstreifen werden hingegen vom Hersteller mittels Punktschweißung angebracht. Durch die ultrakurze Schweißdauer bleibt die Wärmeentwicklung weitgehend auf die Schweißstelle beschränkt, wodurch der Akku unbeschädigt bleibt. Beim Löten am Ende eines Lötstreifen läßt sich in ganz kurzer Zeit die Löttemperatur erreichen, wobei der Wärmeeintrag auf den Pol des Akkus relativ gering bleibt: Erstens ist die Wärmeleitung über den dünnen, schmalen Streifen nicht besonders gut, und zweitens wird von der (bezogen auf das Volumen) vergleichsweise großen Oberfläche auch viel Energie als Infrarotstrahlung abgestrahlt, sodaß an der Übergangsstelle zum Akkupol deutlich weniger Wärme ankommt. Wenn man die Lötdauer kurz hält, ist über die Lötstreifen der schädliche Wärmeeintrag auf den Akku klein genug, daß man die maximal spezifizierte Temperatur von 50 oder 60 °C nicht überschreitet. Also kaufen Sie unbedingt Akkus mit angeschweißten Lötstreifen, auch wenn diese etwas schwieriger zu beschaffen sind als ohne.


Öffnen und Demontage

Rasierapparate von Braun sind erfreulicherweise recht reparaturfreundlich (zumindest die älteren), d.h. man kann sie ohne Spezialwerkzeuge relativ leicht auseinander- und vor allem auch wieder zusammenbauen. Wahrscheinlich um absolute Anfänger ein wenig abzuschrecken, hat Braun die Schrauben zum Öffnen unter zwei Abdeckungen versteckt. Diese beiden Abdeckungen befinden sich links und rechts neben der 230-V-Anschlußbuchse, siehe rote Pfeile in Bild 2. Vermeiden Sie, mit einem kleinen Schraubendreher diese Abdeckungen aufzuhebeln; sowas machen nur Dilettanten. Ohne häßliche Spuren zu hinterlassen, geht es mit einem kleinen Messer mit dünner Klinge; in der Küche sollte sich ein passendes Messer finden. Auch ein Teppichmesser läßt sich außer für Flugzeugentführungen ebenfalls hierfür zweckendfremden. Wenn Sie die Klinge vorsichtig jeweils in den Spalt der beiden Abdeckungen drücken und dann das Messer um wenige Winkelgrade drehen, springen diese von selbst weg, siehe Bild 3. Durch das Entfernen der beiden Abdeckungen werden 2 Kreuzschlitzschrauben sichtbar. Entfernen Sie diese beiden Schrauben und ziehen Sie die U-förmige Plastikabdeckung nach unten weg (Bild 4).
Positionen der AbdeckungenAbdeckungen demontiertU-Abdeckung entfernt
Bild 2: Positionen der Abdeckungen Bild 3: Abdeckungen demontiert Bild 4: U-Abdeckung entfernt
Bitte klicken Sie auf die Bilder, um sie größer zu sehen

Nun können Sie das Alugehäuse wegziehen, siehe Bild 5. Manchmal hakt es ein wenig am Übergang zum Scherkopf. In diesem Fall hilft Ihnen ebenfalls das kleine Messer, dessen Klinge Sie in den dortigen Spalt drücken. Wenn Sie das geschafft haben, können Sie den Rasierer umdrehen und sich der schwarzen Plastikabdeckung widmen. Diese ist ringsherum eingeclipst. Das Entclipsen der äußeren Befestigung ist sehr einfach zu bewerkstelligen, sodaß Sie die Plastikabdeckung komplett nach oben wegziehen könnten, wenn sie nicht noch zusätzlich innen mit verclipst wäre. Die schwarze Abdeckung besitzt jedoch zwei Öffnungen, durch die hindurch mit einem kleinen Schraubendreher eine Entriegelung möglich ist. Wenn alle Clips entriegelt sind, können Sie die Abdeckung nahzu ohne Kraftaufwand entfernen. Nun können Sie die Leiterplatte mit den beiden Akkus sehen (Bild 6). Diese Leiterplatte ist per Wurfmontage lediglich eingelegt und nicht verschraubt. Sie können Sie leicht entnehmen, indem Sie sie am in der Nähe des Scherkopfs befindlichen Ende greifen, dort anheben und eine Drehbewegung um die Netzbuchse durchführen (dort verhindern Kontakte, daß Sie die Leiterplatte nach oben herausziehen können). Sobald ein Winkel von ca. 45° erreicht ist, können Sie sie schräg nach oben bzw. in Richtung Scherblatt herausziehen.
Ohne GehäuseOhne Plastikabdeckung
Bild 5: Ohne Gehäuse Bild 6: Ohne Plastikabdeckung
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Austausch der Akkus

Auf die Leiterplatte sind 2 Akkus aufgelötet und zusätzlich mit doppelseitig klebendem Moosgummi befestigt, damit die Lötstellen mechanisch möglichst wenig belastet werden. Markieren Sie zuerst auf der Leiterplatte die Polarität der Akkus. Sie ist auf dem Akku zwar nicht aufgedruckt, aber Sie erkennen sie anhand der mechanischen Ausgestaltung der Pole. Anstatt die defekten Akkus auszulöten, empfehle ich, mit einem kleinen Schraubendreher die Anschlußstreifen möglichst dicht an der Schweißstelle der Akkupole vom Akku etwas wegzudrücken (einfach dazwischen drücken) und dann mit einem kleinen Seitenschneider abzuschneiden. Sodann kann man mit Hilfe eines kleinen Messers die Verklebung lösen und die Akkus dann leicht entfernen. Das Resultat sehen Sie in Bild 7 bzw. Bild 8. Vorsicht: Auch wenn die Akkus altersschwach sind, sind sie wenigstens teilweise geladen und können im Kurzschlußfall recht große Energiemengen freisetzen.

Herausgenommene LeiterplatteLeiterplatte ohne AkkuLeiterplatte mit neuem Akku
Bild 7: Herausgenommene Leiterplatte Bild 8: Leiterplatte ohne Akku Bild 9: Leiterplatte mit neuem Akku
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Als Ersatzakkus benötigen Sie unbedingt Akkus mit angeschweißten Lötfahnen, siehe  Kauf von Ersatzakkus. Wenn Sie den Akkus etwas Gutes tun wollen und über ein akkuschonendes Ladegerät mit Entlademöglichkeit verfügen, können Sie sie vor dem Einlöten in einem geeigneten Ladegerät mit einigen Lade-/Entladezyklen trainieren. Unbedingt erforderlich ist dies jedoch nicht. Sehr wichtig ist jedoch, daß beide den gleichen Ladestand besitzen, d.h. entweder beide voll oder beide leer sind. Um eine gute Lötverbindung zu gewährleisten, werden nun die Enden der Lötfahnen mit einem heißen Lötkolben (bei Lötstation Einstellung 450°C) verzinnt. Durch die hohe Temperatur verzundert die Lötspitze zwar sehr schnell, aber die Zeit zum Verzinnen reduziert sich dadurch drastisch. Es ist deutlich besser, ca. 2 Sekunden mit 450°C zu verzinnen als 10 Sekunden mit 300°C, da die Anschlüsse bei hoher Temperatur schnell und zuverlässig sowie mit geringem Wärmeeintrag auf den Akku verzinnt werden. Beim langen Braten mit niedriger Temperatur erfolgt hingegen keine zuverlässige Verzinnung, wobei der Wärmeeintrag auf den Akku beträchtlich ist. Vermindern kann man den Wärmeeintrag, indem man die Lötfahne auf halber Strecke mit einer Flachzange auf ganzer Breite greift und so für Wärmeabfuhr sorgt. Die Anschlußreste der alten Akkus verzinnen Sie danach ebenfalls.

Die Lötfahnen sollten Sie nicht kürzen sondern nun derart zickzackförmig biegen, daß die Enden mit den in der Leiterplatte verbliebenen Anschlußresten der alten Akkus eine Überlappung bilden. Nun kommen bei jedem Akku je zwei Kleckse eines üblichen Haushaltsuniversalklebers auf die Leiterplatte, um den neuen Akku mechanisch zu stabilisieren. Dann wird er mit hoher Temperatur und damit einhergehender möglichst kurzer Lötdauer mit richtiger Polung eingelötet. Auch hier ist es ratsam, zum Akku hin mit einer kleinen Flachzange für eine Wärmeabfuhr am Lötstreifen zu sorgen. Hat man den ersten Pol angelötet, wird mit einem breiten Schraubendreher o.ä. der zickzackgefaltete Anschlußstreifen zusammengepreßt, damit der Akku samt Anschlüssen paßt. Dann lötet man den zweiten Pol fest und komprimiert ebenfalls den zickzackgefalteten Anschlußstreifen. Gleiches macht man mit dem zweiten Akku unter Beachtung der Polung.


Zusammenbau

Der Zusammenbau erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge wie beim Auseinanderbauen. Zuerst wird die Leiterplatte in den Rasierer eingelegt. Dazu legt man im ca. 45°-Winkel die Leiterplatte so in den Rasierer ein, daß die 230-V-Kontakte der Leiterplatte auf den Anschlußstiften des Rasierers zu liegen kommen. Dann vermindert man den Winkel vorsichtig auf 0°. Danach klipst man vorsichtig die schwarze Plastikabdeckung ein. Nun kann man probeweise den teilmontierten Rasierer kurz einschalten, um die Funktion zu testen. Selbst bei nicht aufgeladenen Akkus muß er wenigstens ein schwaches Lebenszeichen geben. Ist das nicht der Fall, haben Sie offensichtlich etwas falsch gemacht und wissen nun, warum ich davor gewarnt hatte, ohne ausreichende Kenntnisse eine Reparatur durchzuführen; jetzt brauchen Sie jemanden, der den Fehler finden kann (Falsche Polung? Schlechte Lötverbindungen? Akku überhitzt? Leiterbahnen abgekokelt?). Wenn hingegen alles funktioniert, brauchen Sie nur noch das Alugehäuse und dann die U-förmige Plastikabdeckung aufzuschieben, die beiden Schrauben wieder einzudrehen und die beiden Plastikabdeckungen aufzuklipsen.

Jetzt folgt der letzte Test: Schließen Sie den Rasierer an 230 V an. Nun muß die grüne Ladelampe aufleuchten. Sofern Sie die Akkus vor dem Einbau aufgeladen hatten, entfernen Sie das Netzkabel und legen den Rasierer zurück an seinen gewohnten Ort. Ansonsten lassen Sie ihn am Netz und laden Sie die Akkus vollständig auf. Leuchtet die Lampe hingegen nicht auf, kommt als Fehlerquelle eine fehlende Verbindung zwischen den Stiften des Netzanschlusses zu den Kontakten der Leiterplatte in Betracht.


Fazit

Mit ein wenig handwerklichem Geschick in Kombination mit elektronischen Grundkenntnissen kann man einem schlappen Akkurasierer sehr preisgünstig neues Leben einhauchen, denn zwei Ersatzakkus kosten nur größenordnungsmäßig 5 €. Wenngleich die Beschreibung im Detail strenggenommen nur für den Typ 5520 zutreffend ist, sind viele Rasierapparate von Braun sehr ähnlich aufgebaut und können ebenso einfach instandgesetzt werden.


  

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