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Überbrennen und 80-Minuten-Rohlinge
 
   
 
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Inhalt:
Allgemeines
Grundlagen Überbrennen
80-Minuten-CDs
Was verwenden?


Allgemeines

Haben Sie sich auch schon geärgert, daß der letzte Titel, den Sie auf einen selbst zusammengestellten Sampler schreiben wollten, die Kapazitätsgrenze Ihres CD-Rohlings nur um wenige Sekunden übersteigt und Sie ihn daher weglassen mußten? Hier können Sie erfahren, wie Sie ein bißchen mehr als angegeben auf Ihre Rohlinge schreiben können, was Sie dabei beachten müssen und wann es sinnvoll ist, CD-Rohlinge mit höherer Kapazität (80 Minuten) zu verwenden.


Grundlagen Überbrennen

Wie Sie in  Infos zu CD-R und CD-RW nachlesen können, besitzt ein CD-R- oder CD-RW-Rohling im fabrikneuen Zustand eine für normale CD-ROM-Laufwerke und auch Audio-CD-Spieler unlesbare (weil zu klein) Leitspur, den Pre-Groove. Ein Brenner ist jedoch sehr wohl in der Lage, diese Leitspur zu lesen. Sie dient beim Beschreiben als Positionierungshilfe und beinhaltet zudem noch folgende Daten, die der Brenner teilweise unbedingt zum Beschreiben benötigt:

- Nominelle Kapazität
- Hersteller-Kodierung
- CD-Typ (z.B. CD-R oder CD-RW)
- Copy-Bit (z.B. GEMA-Bit für Audiorekorder)
- Zulässige Schreibgeschwindigkeiten
- Kalibrationsdaten zu jeder Schreibgeschwindigkeit
- Startposition Lead-In
- Späteste Position für Lead-Out

In den meisten Fällen ist die Leitspur etwas länger als die nominelle Kapazität angibt, machmal ist sie eklatant länger. Deshalb ist es grundsätzlich möglich, mehr Daten auf einen solchen Rohling zu schreiben als angegeben. Zudem kann man zusätzlich ein wenig Zeit schinden, indem man den Lead-Out kürzt. Der Lead-Out besteht aus Sicht der Audio-CD aus 90 Sekunden absoluter Stille, aus digitaler Sicht also aus lauter Nullen. Hieran erkennt das Wiedergabegerät, daß hier die CD zu Ende ist. Die im Red Book spezifizierten 90 Sekunden sind allerdings sehr reichlich bemessen, so daß man hier notfalls ein wenig kürzen kann. Wieviel, hängt von Ihrem Wiedegabegerät ab (ausprobieren); u.U. genügen schon wenige Sekunden. Allerdings entspricht eine CD mit verkürztem Lead-Out nicht dem Red Book und muß daher nicht in allen CD-Spielern funktionieren. Bei vollständig erhaltenem Lead-Out sind allerdings überbrannte CDs mit einer Spielzeit bis zu ca. 80 Minuten bis auf die im Red Book definierte 74-Minuten-Grenze sehr wohl normgerecht, weil in der Spezifikation gewisse Toleranzen zugelassen sind.

Um eine CD-R oder CD-RW überbrennen zu können, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens muß Ihr Brenner und zweitens Ihr Brennprogramm dies zulassen. Leider scheitert das Überbrennen oft schon an der restriktiven Haltung des Herstellers Ihres Brenners. Einige Hersteller, allen voran die Firmen Hewlett Packard, Sony und z.T. auch Philips, stellen sich auf den Standpunkt, daß CDs mit einer Spielzeit über 74 Minuten nicht dem Red Book entsprächen und sie solche Schweinereien nicht unterstützen müßten. Leider sitzt der Brenner am längeren Hebel, weil er die nominelle Kapazität des Rohlings aus dem Pre-Groove auslesen kann, und verweigert das Brennen jenseits dieser Grenze. In diesem Fall ist leider nichts zu machen; es sei denn, der Hersteller hat es sich in der Zwischenzeit anders überlegt, weil niemand mehr seine Brenner kauft, und stellt ein Firmware-Update zur Verfügung, das das Überbrennen erlaubt.

Sollten Sie darüber nachdenken, einen neuen Brenner zu kaufen oder wollen Sie Infos zu Ihrem Brenner in Erfahrung bringen, sollten Sie sich unbedingt einmal in der  Feurio-Homepage darüber informieren, welche Brenner das Überbrennen und auch andere Features wie z.B. CD-Text (Anzeige von Interpret und Titel auf neueren Audio-CD-Spielern) unterstützen. Als kurze Zusammenfassung kann man sagen, daß Sie z.B. bei den Firmen Plextor, Ricoh, Teac und Yamaha in der Vergangenheit diesbezüglich recht gut bedient wurden.

Die zweite Voraussetzung ist leichter zu erfüllen: Wenn Ihr bisher verwendetes Brennprogramm Überbrennen nicht zuläßt, können Sie einfach ein anderes verwenden. Für Audio-CDs bietet sich beispielsweise das Sharewareprogramm  Feurio an.

Bevor Sie einen Rohling aufs Blaue hinaus überbrennen, sollten Sie vorher einen Kapazitätstest durchführen. Hierfür stellt Feurio im Programm-Modul "Feurio Write" im Menü Extras eine Funktionalität namens "Rohling-Kapazität testen" bereit. Im Simulationsmodus (Ihr Rohling wird hierbei nicht beschrieben) tastet Feurio die Leitspur, den Pre-Groove, so lange ab, bis sie irgenwann einmal einfach aufhört. Der Brenner meldet dann einen Schreibfehler zurück, weil er ja die Leitlinie verloren hat und beim realen Brennen den Schreiblaser abschalten würde. Die bis zum Ende der Leitlinie ermittelte Zeit ist die wahre Kapazität des Rohlings, die Feurio auf Wunsch in eine eigene Datenbank eintragen kann.

Beim Überbrennen gibt es jedoch 2 Risiken: Erstens definiert das Red Book eine Spielzeit von 74 Minuten. Theoretisch darf sich daher ein CD-Spieler also weigern, CDs mit einer längeren Spielzeit wiederzugeben, wobei in der Praxis ein solcher Fall jedoch nicht bekannt ist. Zweitens übernimmt der Rohlingshersteller keine Garantie für die Qualität seiner Beschichtung nach der nominellen Spielzeit. In der Tat ist es so, daß oft zum physikalischen Ende der Leitspur hin die Fehlerrate (BLER = Block Error Rate) deutlich zunimmt und nicht selten deutlich außerhalb der Spezifikation liegt. Sie sollten deshalb einen Rohling nach Möglichkeit nicht bis zum physikalischen Ende beschreiben, sondern auf die "allerletzte Minute" verzichten. Ist die Fehlerrate zu hoch, kommt es beim Abspielen zu Aussetzern und zum Springen. Eine überbrannte CD sollten Sie daher bezüglich der letzten Spielminuten unbedingt auf Abspielbarkeit testen. Auch wenn Sie CD-Rs in größeren Packungseinheiten kaufen, kann sich jeder einzelne Rohling anders verhalten.


80-Minuten-CDs

Im Red Book, der Spezifikation für Audio-CDs, sind u.a. Angaben darüber enthalten, wie weit die Spuren voneinander entfernt sein müssen. Wie in jeder guten Spezifikation sind diese Angaben mit Toleranzen versehen, die man einhalten muß. Vermindert man diesen Wert an die untere zulässige Grenze, kann man entsprechend mehr Spuren unterbringen und damit die Spielzeit erhöhen. Genau dies wurde bei den Rohlingen mit 80 Minuten Spielzeit gemacht. Sofern Ihr Brenner 80-Minuten-Rohlinge vollständig beschreiben kann (nur wenige ältere Brenner weigern sich), können Sie auf diese Weise überlange CDs erzeugen, die gerade noch der Spezifikation entsprechen und die damit jeder Audio-CD-Spieler wiedergeben muß (von der im Red Boook erwähnten 74-Minuten-Grenze einmal abgesehen). Übrigens können auch solche Rohlinge überbrannt werden, wobei man Spielzeiten bis zu 83 Minuten erreicht. Je länger aber die tatsächlich vorhandene Leitspur ist, desto eher läuft man Gefahr, daß der zulässige Mindestspurabstand unterschritten wird, weil diese in jedem Fall physikalisch vorhanden ist. Dies ist kein besonderes Problem des Überbrennens selbst sondern des Rohlings, der idealerweise überall den gleichen Spurabstand besitzt.

Nachdem 80-Minuten-Rohlinge auch bei CD-RWs nichts Exotisches mehr sind, sind einige Hersteller auf die Idee gekommen, Rohlinge mit noch längerer Spielzeit (90 oder gar 99 Minuten) auf den Markt zu bringen. Diese Rohlinge können, müssen aber nicht von Ihrem Brenner oder Ihrem CD-Spieler akzeptiert werden, da sie außerhalb jeder Toleranz liegen. Hier hilft nur Probieren.


Was verwenden?

Im Regelfall sollten Sie immer 74-Minuten-Rohlinge verwenden, weil sie mitten im spezifizierten Toleranzbereich liegen und somit theoretisch keinerlei Probleme verursachen. Sollten Sie einige Sekunden mehr Spielzeit benötigen, sollten Sie nach Möglichkeit die CD überbrennen, weil abgesehen von der 74-Minutengrenze Sie nicht gegen das Red Book verstoßen und noch viel Raum für mögliche Toleranzen bleibt. Reicht dies nicht aus oder verweigert Ihr Brenner oder Ihr Brennprogramm das Überbrennen, bietet sich ein 80-Minuten-Rohling an.

Rohlinge mit noch größerer Kapazität sollten Sie nicht nur mit Ihrem Brenner sondern auch auf den vorgesehenen Abspielgeräten erst einmal ausprobieren, bevor Sie sie in größeren Mengen verwenden und dann womöglich einen Reinfall erleben. Wie gesagt bewegen Sie sich mit solchen Rohlingen weit außerhalb jeglicher Spezifikation, so daß weder einem Brenner noch einem Wiedergabegerät ein Vorwurf zu machen ist, wenn es nicht funktioniert. Ich rate daher von deren Verwendung ab.
  

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Letzter Upload dieser Seite: 05.11.2016 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)